Premieren 2020

Wir freuen uns, in dieser Festivalausgabe unserem Publikum drei KünstlerInnen sowie einige neue Werke vorzustellen: Ein inszeniertes Konzert, das die Persönlichkeit von Lorenzo Da Ponte zum Leben erweckt; ein Auftragswerk für Holzbläser-Sextett im Stil der Harmoniemusik, wie sie zu Da Pontes Zeiten populär war; und zwei Schweizer Erstaufführungen des aussergewöhnlichen tschechischen Komponisten Kryštof Mařatka. Die KünstlerInnen Maïa Brami und Yair Klartag gestalten das Festival auf schriftstellerischer und kompositorischer Ebene kreativ mit.

Writer in Residence – Maïa Brami

Dieser Abend widmet sich auf ganz spezielle Art und Weise Lorenzo Da Ponte: Die französische Schriftstellerin Maïa Brami wird eigens für diesen Abend einen Monolog verfassen, der vom Regisseur und Schauspieler Vivian Frey inszeniert wird. Beteiligt sind ein Schauspieler und zwei Kammermusikensembles mit insgesamt elf InstrumentalistInnen, wobei letztere auch diverse Rollen verkörpern und in Beziehung zu Da Ponte treten. In enger Zusammenarbeit erschaffen Brami und Frey ein multiples Charakterbild aus Text, Musik und Szene, das Da Pontes abenteuerliches Leben mit seinen Opernfiguren verknüpft und seine aberwitzige Schnelligkeit, seinen Charme, aber auch sein enormes Talent fürs Geschichtenerzählen widerspiegelt.

Uraufführung beim Konzert VI «TOUR DA PONTE»
Samstag, 25. Januar, 21.00 Uhr / Gard du Nord

Composer in Residence – Yair Klartag

Wir haben den israelischen Komponisten Yair Klartag beauftragt, ein Holzbläser-Sextett (für zwei Klarinetten, zwei Fagotte und zwei Hörner) im Stil der Harmoniemusik zu komponieren – eine Tradition, die zu Da Pontes Lebzeiten florierte. Heute fast nicht mehr bekannt, ist die Harmoniemusik eine vergessene Holzblasinstrumententradition aus dem 18. Jahrhundert für Ensembles, die aus mehreren Paarungen von Blasinstrumenten bestehen. Solche Ensembles wurden von aristokratischen Gönnern finanziert und für Musik im Freien oder in der Freizeit eingesetzt. Komponisten wie Mozart, Beethoven, Haydn und Pleyel komponierten in diesem Stil für Blasinstrumente. Die Harmoniemusik-Ensembles können als das «Radio des 18. Jahrhunderts» angesehen werden. Sie sorgten für die Verbreitung der musikalischen Highlights jener Zeit auf der ganzen Welt.

Die Uraufführung findet am Freitag, 24. Januar, um 18:30 Uhr
im Zunftsaal im Schmiedenhof beim Konzert III statt

Schweizer Erstaufführungen - Kryštof Mařatka

Wir freuen uns, zwei besondere Werke des tschechischen Komponisten und Pianisten Kryštof Mařatka erstmalig in der Schweiz zu präsentieren. Mařatka selbst wird seine Werke beim Mizmorim Festival aufführen, darunter das Melodram «In Front Of The Starving Cage» für einen Schauspieler und einen Pianisten nach Aphorismen Franz Kafkas. Ausserdem ist sein Trio «Báchorky, fables pastorales» für Bratsche, Klarinette, Klavier und traditionelle tschechische und mährische Instrumente zu hören, mit einer kurzen Werkeinführung durch den Komponisten mit dem Klarinettisten Chen Halevi und der Bratschistin Hélène Clément. Zu erleben sind die Werke als Schweizer Erstaufführungen bei den folgenden Konzerten:

«Ein Hungerkünstler» beim Konzert I
Donnerstag, 23. Januar 2020, 18:30 Uhr / Zunftsaal im Schmiedenhof

«Báchorky, fables pastorales» beim Konzert IV
Freitag, 24. Januar 2020, 20:30 Uhr / Zunftsaal im Schmiedenhof